Aufbau und Funktion der Sturmlaterne

Beispiel am Modell N°276 Super Baby

Die wichtigsten Teile einer Petroleumlaterne sind der Tank (Petroleumbehälter), der Brenner mit Docht und dazugehörigen Glas. Ausgetüftelt ist die Luftzuführung zum Brenner. Hier gibt es 2 verschieden Varianten, zum einen ist es die Mischluftlaterne und zum zweiten die Frischluft- oder Kaltluftlaterne. (Siehe Unterkategorie von Aufbau)

Die Nr. 276 Super Baby, wie hier abgebildet, ist aus 37 Einzelteilen hergestellt - ohne Faden und Anhänger. Die Nr. 275 Super Baby, welche nicht mehr hergestellt wird, unterscheidet sich lediglich in 2 Bauteilen. Der Behälter und der dazugehörige Behälterboden ist kleiner welcher die Brenndauer um 3-4 Stunden reduziert.

 

Einige Bauteile namentlich
benannt:

- Bügel
- Rauchfangdeckelring
- Ringscharnier
- Rauchfangdeckel
- Schorsteinkopf
- Führungsring
- Innenschornstein
- Außenschornstein
- Schornsteinfeder
- Rohre
- Glas
- Schutzdraht
- Hebellager
- Hebel
- Docht
- Brennerscheide
- Brennerkappe
- Brennerkorb
- Brennerschale
- Brennerrädchen
- Innensieb
- Siebscharnier
- Luftregler
- Brennerschlüssel
- Füllschraubenkörper
- Füllschraubendeckel
- Füllschraubendichtung
- Behälter
- Einfüllstutzen
- Einlegeaschale
- Behälterboden

Es sind nicht 37
Bezeichnungen, da
einige Teile mehrfach
verwendet werden.


Der Brenner

Bei der Nier- Feuerhand Laterne wird ein so genannter Flachbrenner verwendet. Der Flachbrenner ist von recht einfacher Bauart. Er besteht im Wesentlichen aus dem Brennerkorb, durch dem die Luft angesogen wird und in dessen unterem Bereich sich der Dochttrieb befindet. Dieser besteht aus einem oder mehreren Zahnrädchen die den Docht in der Brennerscheide auf und ab bewegen.

Zum Brenner gehört noch eine über der Brennerscheide gewölbte Brennerkappe (bei neueren Modellen Innensieb), an deren oberen Umfang ein schmaler, der Dochtbreite entsprechender Schlitz ausgespart ist. Durch diese Anordnung wird eine gleichmäßige verteilte und konstante Luftströmung erreicht. Diese Luftströmung führt der Flamme den zur Verbrennung erforderlichen Sauerstoff zu und zwingt die Flamme in eine der Beleuchtung günstigen Form und hält sie ruhig, wodurch das Flackern verhindert wird. 

Die Brennerkappe war bei älteren Konstruktionen direkt mit dem Brenner verbunden und vom Innensieb getrennt. Bei den neueren Modellen ist die Brennerkappe geteilt. Die oben beschriebene gewölbte Oberseite wird heute, aus einem Stück, mit dem Innensieb hergestellt.

Der Docht

Für den Docht hat sich eine Maßeinheit durchgesetzt, die wahrscheinlich so gar keiner kennt: Linie (''').

Das Maß "Linie" oder besser "Ligne" war bereits Ende des 19.Jahrhunderts veraltet und ist vom französischen Fuß abgeleitet (auch "alter Pariser Fuß" oder "Pied de Roi" genannt): 1 Fuß (') = 12 Zoll ('') = 144 Linien (''') = 32,484 cm. Eine Linie entsprach demnach etwa 0,23 cm. Mit ihr wird bei Flachbrennern die ganze Breite des Dochts angegeben.

Heute kann man sich auch an den metrischen Angaben für den Docht orientieren. Die Bezeichnung "linig" hat dennoch ihre Bedeutung, denn sie hilft bei der Zuordnung.So kann man davon ausgehen, zu einem 10-linigen Docht gehört ein 10-liniger Brennerund ein 10-liniges Glas.

Was auch interessant sein dürfte, der Doch von Nier- Feuerhand ist sehr dicht und eigentlich nur für Petroleum geeignet. Denn mit Petroleum ist die Laterne über Jahrzehnte ständig getestet und weiter entwickelt worden. Mit den heutigen, zusätzlichen Brennstoffen ist die Laterne nicht getestet worden, es ist ja nun auch mal eine Petroleumlaterne. Häufig konnte ich lesen, das der Doch mit Lampenölen sehr schnell abbrennt und man ständig nach stellen muss. Also empfiehlt es sich reines Petroleum zu verwenden, denn nur so kommt man zum besten Ergebnis was die Lichtausbeute angeht.

Das Glas (Zylinder)

Das Glas, welches bei Flachbrennern zur Anwendung kommt, dient dem Zweck, einen Luftzug zu erzeugen. Aber ebenso schützt es natürlich vor Wind oder sonstigen Witterungseinflüssen.

Das heute verwendete dünne feuerfeste JENAer Glas von Schott Mainz ist ein Bor-Silikat-Glas.

In den Zeiten der Verdunklungsordnung (2.Weltkrieg) wurden Blaue Gläser hergestellt und natürlich auch eingesetzt. Außerdem gab es aber auch Rote Gläser z.B. für Rücklichtlaternen oder Fotolabors. Gelbe und Grüne Gläser waren ebenfalls im Angebot.

Waren es anfangs durchgefärbte Gläser, kamen am Ende der "farbigen Gläserära" lakierde Gläser zum Einsatz. Heute werden bei Feuerhand keinerlei farbige Gläser eingesetzt.